Erfolg gegen „AGG-Hopper“

Über einen in mehrfacher Hinsicht erstaunlichen Sachverhalt hatte in einer erst jetzt bekannt gewordenen Entscheidung das Amtsgericht München, Urteil vom 24.11.2016 – 173 C 8860/16 zu entscheiden.

Ein im Sportmarketing tätiges Unternehmen suchte mittels einer Stellenanzeige eine „Nette weibl. Telefonstimme… “(!). Daraufhin bewarb sich der Kläger auf die Stelle. Der potentielle Arbeitgeber teilte dem Kläger dann allerdings mit, dass er sich bereits für einen männlichen(!) Mitarbeiter entschieden habe. Der Kläger verklagte seinen angeblichen „Wunscharbeitgeber“ mit der Begründung, die Stellenanzeige sei geschlechtsdiskriminierend gewesen, vor dem Amtsgericht München auf Zahlung von 1.600,00 € nach § 15 Abs. 2 AGG. Der Kläger war allerdings als „AGG-Hopper“ gerichtsbekannt und hatte zudem schriftsätzlich – sicherlich versehentlich – eine E-Mail beigefügt, in der er einem Dritten gegenüber u.a. ausführte, dass er von seinen AGG-Klagen gut leben könne(!).

Das Amtsgericht meinte, dass der Kläger gewerbsmäßig missbräuchliche AGG-Klagen angestrengt habe, um damit zumindest teilweise seinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Ihm stünden daher, obwohl das beklagte Unternehmen vorliegend gegen die Vorgaben des AGG verstoßen habe, keine Ansprüche zu.

Wer Opfer eines „AGG-Hoppers“ wird, kann sich also durchaus erfolgreich wehren. Bedauerlicherweise ist nicht jeder Fall so eindeutig wie der vom Amtsgericht entschiedene.